BundesHebammenSchülerinnenRat
Hebammenschülerinnen geht niemals die Luft aus!
Willkommen beim BHSR!
Termine 2010
18.-20. Juni 2010 |
BHSR-Treffen in Dresden |
|
27.-29. August 2010 |
Bundesweites Hebammenschülerinnen-Sommertreffen in Villingen-Schwenningen |
www.bhst2010.de Kontakt: info.bhst@yahoo.de |
04. September 2010 |
Quartalstreffen des BfHD e.V. in Hamburg |
|
März 2011 |
Fachtagung "Ein Schimmer 'Guter Hoffnung'" in Frankfurt am Main |
Wer hat noch nicht gezeichnet? Schnell nachholen... Hebammen kämpfen ums Überleben: http://www.hebammenfuerdeutschland.de/
***
BHSR-Treffen jeweils am zweiten Wochenende im Januar, Juni und Oktober
zusätzlich ein Sommertreffen mit Vorträgen und Workshops für Hebammenschülerinnen Ende Juli/ August
***
Ein paar Worte zu Beginn
Liebe Hebammenschülerinnen
Herzlichen Glückwunsch!!!
Ihr habt einen der begehrten Ausbildungsplätze ergattert und seid auf dem Weg zum schönsten Beruf der Welt!! Ich wünsche Euch für die Ausbildung viel Kraft, Durchhaltevermögen und vor allem Enthusiasmus. Vor Euch liegen drei aufregende Jahre voller Veränderungen. Ihr werdet viel spannendes sehen und lernen, werdet die schönsten und intensivsten Momente im Leben von Familien begleiten, werdet staunen und bewundern, lachen und weinen und Euch wahrscheinlich noch oft fragen: Warum ich? Warum wurde ausgerechnet ich ausgewählt? - Die Antwort ist: weil Ihr die richtigen seid! Ihr seid jetzt Hebammenschülerinnen, weil Ihr genau das ausstrahlt. Ihr glaubt daran, dass Schwangerschaft und Geburt normale Lebensvorgänge sind und möchtet die Frauen und Kinder darin begleiten und unterstützen. Mit Euren Augen, Euren Worten und Euren Händen – mit manchmal so kleinen Dingen könnt Ihr eine Frau, die am Ende ihrer Kräfte ist, wieder aufrichten und ihre Energien wecken. Ihr geht mit ihr von Augenblick zu Augenblick, von Wehe zu Wehe... alle kleinen, aber schweren Schritte, bis sie ihr Kind in den Armen hält. Ihr werdet erleben mit welcher Kraft sich das Leben seinen Weg bahnt. Ihr werdet dabei sein, wenn eine Mutter zum ersten Mal dem Blick ihres Kindes begegnet. Ihr werdet erleben, wie einfallsreich die Natur ist, wenn sich diese beiden beim Stillen so wunderbar ergänzen, dass die Zeit stehen zu bleiben scheint. Mit einem Lachen löst sich eine Blockade, mit einem Blick beginnt Vertrauen, mit einer Hand vermittelt Ihr Ruhe und Geborgenheit. Ihr seid Euch der Verantwortung bewusst, die Euer Beruf mit sich bringt, werdet viel lernen und Eure Sinne schulen, um die Familien kompetent betreuen zu können. Ihr alle seid selbstbewusste und einfühlsame Frauen. Ihr seid alle ganz verschieden, aber das ist gut! Denn auch jede Frau ist anders, jedes Kind ist besonders und jede Geburt ist einzigartig. Bleibt aufgeschlossen, wissbegierig, mutig und engagiert, dann kommt der Rest von ganz allein! Und wenn Ihr einmal in ein Tal kommt und nicht mehr weiter wisst, redet darüber mit anderen Hebammenschülerinnen, zum Beispiel bei einem Treffen des BHSR. Ihr werdet sehen: das hilft.
Wir brauchen Eure Vorschläge und Mitarbeit!! Sagt uns, was an Eurer Schule besonders gut läuft und wobei Ihr Hilfe brauchen könntet! Wir haben schon viele Ideen gesammelt und brauchen noch mehr!!!
***
Aktuelles
Anna Kerkow und Judtih Jeron heißen sie, die neuen Bundesdelegierten des BundesHebammenSchülerinnenRats (BHSR). Sie kommen aus Dresden und Wiesbaden und haben sich viel vorgenommen. Besonders wichtig finden sie, dass der Austausch zwischen den werdenden Hebammen, den Lehrerinnen, den Kreißsälen und den Berufsverbänden gut funktioniert. Dafür wollen sie sich einsetzen und unter anderem einen Schwerpunkt auch auf die Verbesserung der Ausbildung im Hinblick auf außerklinische Hebammenarbeit legen.
Beim letzten Ratstreffen (im Januar 2010 in Wiesbaden) wurde dann auch neben einem spannenden "außerpolitischen" Programm mit den mehr als 40 Teilnehmerinnen, die aus 16 Hebammenschulen angereist waren, darüber diskutiert, was die nächsten Ziele des BHSR sein sollen. Ganz aktuell dreht sich Vieles um den Hebammenkongress des DHV im Mai. Hier wollen die Schülerinnen präsent sein und auf ihre Situation aufmerksam machen. Sie haben in den letzten Wochen eine Umfrage organisiert zur "Leistungsbewertung aus Schülerinnenperspektive", an der sich mehr als 350 Hebammenschülerinnen aus ganz Deutschland beteiligt haben. Die Ergebnisse sollen auf dem Kongress vorgestellt werden. Außerdem wurde beschlossen, die in den letzten Jahren überall verteilten Flyer zu überarbeiten. Diese hatten viel Verwirrung und teilweise auch großen Ärger bei den Hebammenschülerinnen ausgelöst, weil der BHSR mit einem "stylischen" Foto für sich warb, auf dem eine junge Frau in Krankenhaus"kluft" und mit Stethoskop um den Hals zu sehen war. Es war und ist allgemeiner Konsens, dass dieses Bild nicht dem entspricht, das die meisten werdenden Hebammen von sich, ihrem Beruf und dem wo sie hinwollen und wofür der BHSR sich einsetzt entspricht. Dieser Schritt in eine klare, berufspolitische Aussage wird von vielen Hebammen sehr begrüßt. Die Skepsis gegenüber der dem BHSR, die in den letzten Monaten vielerorts zu spüren war, kann nun einer gesunden Hoffnung weichen.
Ein schönes Projekt stellten die Hebammenschülerinnen der Gastgeberschule Wiesbaden den Teilnehmerinnen vor: die "Wohlfühlzeit", die inzwischen von vier anderen Schulen teilweise abgewandelt in den klinischen Ausbildungsalltag übernommen wurde. Jede Woche wird an einem festgelegten Wochentag eine Hebammenschülerin, die gerade im Einsatz auf der Wochenbettstation ist, freigestellt, um den ganzen Tag ganz individuell für die Schwangeren, die stationär liegen müssen, da sein zu können. Für jede Frau nimmt sich die Kollegin an diesem Tag eine Stunde Zeit, um etwas ganz nach deren Wünschen für sie bzw. mit ihr zu tun. Die Möglichkeiten sind vielfältig, die Schülerinnen haben völlig freie Hand und werden mit Materialien, die sie benötigen durch die Klinik unterstützt. Manche Frauen wünschen sich eine Stunde Zeit zum Reden, für eine individuelle Beratung, Geburtsvorbereitung, Entspannungsübungen, Massage oder auch noch "unkonventionellere" Alternativen wie einen Gipsabdruck von ihrem Bauch anzufertigen und so mit sich und dem Kind in Kontakt zu kommen. Das Konzept ist für alle Beteiligten eine schöne Idee. Die Frauen haben einmal in der Woche ihre ganz persönliche "Wohlfühlzeit", die ihnen den stationären Aufenthalt etwas angenehmer macht, die werdenden Hebammen haben die Möglichkeit, sich in der individuellen Schwangerenbetreuung auszuprobieren, für das Personal ist es eine Entlastung und für die Klinik ein "Marktvorteil". Wünschenswert ist natürlich, dass das Ganze dann noch gut angeleitet und supervidiert wird, gerade wenn es um psychosoziale Begleitung geht.
Wie immer war auf dem Ratstreffen auch ausreichend Zeit für Austausch über den Ausbildungsalltag und die aktuelle Schulen-Situation gegeben. Positiv hervorzuheben ist, dass sich in einigen Schulen im Vergleich zu den letzten Jahren Vieles geändert hat oder dabei ist, sich zu ändern - nicht zuletzt wegen des mutigen und unablässigen Einsatzes einzelner ehemaliger Auszubildender bzw. in sehr seltenen Fällen eines ganzen Kurses. So wurden teilweise regelmäßige Gespräche zwischen Kreißsaal, Hebammenschule und den Schülerinnen eingeführt oder es wird sich für mehr Praxisanleitung eingesetzt. Manche Schulleitungen haben schwer zu kämpfen gegen alte Muster in den Kliniken, die Hebammenschülerinnen noch immer "gern" als Putzhilfen und Menschen zweiter Klasse betrachten. Manche Kreißsaalhebammen dagegen haben es auch nicht leichter, wenn sie durch chaotische Schulorganisation mit Schülerinnen arbeiten sollen, die nicht vorbereitet sind auf die Arbeit. Eine Schülerin berichtete, sie haben 7 Monate lang keinen theoretischen Unterricht gehabt. Andere sind händeringend auf der Suche nach einer Lehrerin und finden keine (oder es wird durch den Träger keine eingestellt). Wieder andere erzählen, sie verbringen einen Teil des Unterrichts damit, den Inhalt der Kreißsaalschränke auswendig zu lernen und sind dann in der Praxis zuständig für das Putzen der Einrichtung inklusive Lampen und Plastikblumen. Nicht selten werden Schülerinnen auch im Jahr 2010 täglich schikaniert, auch vor den betreuten Frauen, sodass noch immer Einige wegen des permanenten Erlebens psychischer Gewalt die Ausbildung abbrechen. Schade ist, wie viele Hebammenschulen offenbar noch immer keinen Wert auf Praxisanleitung legen und weder erreichen können, dass genügend Lehrerinnen eingestellt werden, die vor Ort anleiten können, noch ein sinnvolles
Mentorinnen-System eingeführt wird. Mit sinnvoll ist gemeint: nicht erst im 3. Lehrjahr, nicht eine Mentorin für 20 Schülerinnen und nicht so, dass einfach eine Hebamme oder Krankenschwester dazu "erklärt" wird, aber daraus keine praktischen Konsequenzen, die das Ausbildungniveau anheben, resultieren.
Erschwerend kommt hinzu, dass der geburtsmedizinische "Fortschritt" natürlicherweise nicht zu einer besseren praktischen Hebammenausbildung führt, sondern ins Gegenteil. An einigen Ausbildungskliniken werden mehr als 40% der Kinder per Schnitt geboren. Im konkreten Beispiel kann das heißen: "Dienstags und donnerstags ist Sectio-Tag, da werden dann bis zu 7 Kaiserschnitte von uns betreut" oder "Ich habe in einem Kreißsaaleinsatz insgesamt bei 30 Kaiserschnitten assistiert und 3 spontane Geburten gesehen."
Fragwürdig ist der noch immer praktizierte Einsatz von Hebammenschülerinnen in manchen Kliniken zur operativen Pflege auch männlicher Patienten. Könnte diese Zeit nicht sinnvoller genutzt werden?
Besonders traurig ist auch die schleichende Abschaffung des Externats an vielen Schulen. Die Zeiten werden immer kürzer und mit immer strengeren Auflagen belegt. Da dürfen Auszubildende nur noch im näheren Umkreis der Hebammenschule und nur an ausgewählten Standorten, die im "Idealfall" dann auch noch mit der Ausbildungsklinik zusammenarbeiten, Erfahrungen sammeln. Externate bei Beleghebammen gelten teilweise als gleichwertig zu denen bei Hausgeburtshebammen. Und um die Externatszeit nach außen nicht skandalös gering aussehen zu lassen, werden Urlaubszeiten mit eingerechnet, mit denen die Schülerinnen das Externat verlängern "dürfen". Dass das alles weniger als halb legal ist, scheint niemandem aufzufallen und auch niemandem sauer aufzustoßen. Auch Auszubildende haben ein RECHT auf Urlaubszeiten, aber wahrscheinlich ist ein solches Vorgehen in Zeiten marktwirtschaftlich orientierter Gesundheitsversorgung ja wünschenswert, damit die jungen Kolleginnen gleich lernen, was ihre Zeit "wert" ist und später keinen Schock erleiden, wenn sie mit der absolut indiskutablen Vergütung ihrer Arbeit konfrontiert sind.
Nicht unerwähnt bleiben sollen die positiven Beispiele, die bei dem Treffen auch zur Sprache kamen. In Marburg gibt es jeden Monat ein Gespräch zwischen der Kreißsaalleitung, der Leitung der Hebammenschule und jeweils 2 Hebammenschülerinnen. Braunschweig gehört mit einem Externat von insgesamt 10 Wochen zu den "Spitzenreitern" auf dem Gebiet. Auch in Speyer haben die Schülerinnen 10 Wochen Zeit für außerklinische Erfahrungen (Urlaubszeiten nicht mitgerechnet). Die Speyerer Schülerinnen berichten konstant von einer sehr engagierten Schulleitung mit großem Einsatz für eine gute Kommunikation zwischen Schule und Kreißsaal und von einem Kreißsaal, in dem sie viel echte Geburtshilfe lernen und z.B. auch viele aufrechte Geburten beobachten können, was leider noch immer eine Ausnahme in Deutschland ist. Beim Externat schafft es auch die Hebammenschule in Heidelberg, ihren Auszubildenden 8 Wochen zu ermöglichen an einem Ort ihrer Wahl plus 4 Wochen Einsatz in einer Hebammenpraxis in Heidelberg. Die Schulleitung setzt sich auch hier sehr für eine Optimierung der Zusammenarbeit mit dem Lehr-Kreißsaal ein. In Hamburg können Frauen, seitdem es einen neuen Chefarzt gibt, ihr Kind auch nach vorangegangenem Kaiserschnitt auf normalem Weg zur Welt bringen, was die Erfahrungswelt der angehenden Hebammen natürlich enorm erweitert.
Im Moment vertritt der BHSR die Auszubildenden aus 39 zu 17 fehlt der Kontakt. Wie in den letzten Jahren zählen wir sie hier auf in der Hoffnung, dass sich Schülerinnen von dort bei uns melden:
Aachen, Ausburg, Berlin Neukölln, Bonn, Chemnitz, Cottbus, Halle, Jena, Leipzig, Lingen, Magdeburg, Minden, Münster, Oldenburg, Saarbrücken, Tübingen, Würzburg.
Der BHSR war bei der Tagung der Lehrerinnen für das Hebammenwesen im Januar diesen Jahres wieder vertreten und hat mit einem Bericht aus den Reihen der Schülerinnen die aktuellen Belange auf den Tisch gebracht.
Das nächste Ratstreffen findet vom 18.-20. Juni 2010 statt und wird von den Schülerinnen in Dresden ausgerichtet. Das diesjährige Sommertreffen organisieren die Auszubildenden der Hebammenschule in Villingen-Schwenningen vom 28.-29. August 2010.
Weitere Informationen und Kontakte gibt es auf der Internetseite www.bhsr.de sowie bei Judith oder Anna. Wir warten auf Anregungen, Mitwirkung, Kritik... und freuen uns auf Jede, die mit uns im Austausch sein möchte!
Margarete Sommer, Beirätin im BHSR
***
NEU!!!
Forum zum Austausch... http://bhsr.xphpbb.com im Aufbau.
