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BERICHTE:

BHSR-Treffen in Duisburg, 7.-9.Januar 2005

Die gute Nachricht zuerst: gleich vier „neue“ Schulen schickten ihre Delegierten zu unserem Ratstreffen, das vom 7. bis 9. Januar in der Hebammenschule Duisburg stattfand: Bochum, Halle, Hamburg und Tübingen. Außerdem haben sich seit der Bundesdelegiertentagung Schülerinnen aus Chemnitz, Freiburg, Hannover, Mainz und Saarbrücken bei uns gemeldet. Super!! Damit ist unsere Liste der „Unerreichbaren“ von 23 auf 16 Hebammenschulen geschrumpft! Leider ist aber die Teilnehmerzahl bei diesem Treffen sehr gering gewesen, vor allem bedingt dadurch, dass einige Delegierte inzwischen kurz vor dem Examen stehen und in den Unterkursen ihrer Schulen keine interessierten Nachfolgerinnen finden konnten. Vielleicht bekommt Ihr ja doch Lust, Euch uns anzuschließen, wenn Ihr lest, was wir in Duisburg geschafft haben... In Anbetracht der immer stärkeren Bedrohung der Ausbildungsplätze und der Stellenreduzierung in den Kreißsälen haben wir uns sehr mit den Tübingern gefreut über den Erhalt des „Grünkurses“ für Krankenschwestern für 2005-2007. Die in Schulzentren integrierten Hebammenschülerinnen bemängelten teilweise die schlechte Organisation des Unterrichts - vor allem kommen Fächer wie Geburtshilfe und Gynäkologie viel zu kurz. Viele hebammenrelevante Themen werden von fachfremden Dozenten gelehrt, da es nicht genügend Stellen für Lehrerinnen für Hebammen gibt. In Wilhelmshaven wird dringend eine Lehrhebamme gesucht!! Schön war es zu hören, wie viele Schulen es gibt, die hinter ihren Hebammenschülerinnen stehen und alles nur mögliche tun, um die Ausbildung optimal zu gestalten. Zum Beispiel wird in Bochum seit kurzem ein Einsatz in einer freien Hebammenpraxis eingeplant und in Stuttgart wurde das Externat um zwei Wochen verlängert! Die Schülerinnen aus Speyer erzählten von der großen Unterstützung, die sie bei der Orgsanisation des großen Hebammenschülerinnentreffens von der Schule und der Klinik erhalten. Das Sommertreffen wird in diesem Jahr vom 8.-10.7. stattfinden. Wir erzählten von der Delegiertentagung in Kassel und von der positiven Resonanz auf unsere Rede. Nach einer Führung durch den Kreißsaal und die Wochenstation besuchte uns Martina Klenk vom BdH, die Beirätin für den Angestelltenbereich. Sie schlug eine offene Vorstellungs- und Diskussionsrunde vor und so entstand eine angeregte Unterhaltung über die aktuelle Situation in den Schulen und den Ausbildungskreißsälen. Sie stimmte uns zu, dass sich einige Dinge ändern müssen, vor allem was das Externat, die praktische Anleitung und das Erlernen der eigentlichen Hebammenkunst angeht. Wir waren sehr froh über ihr ehrliches Interesse und ihr Versprechen, die wichtigsten Probleme an den Verband zu tragen. Am Nachmittag besprachen wir die Rede für die Lehrhebammentagung, starteten für einen Verlag eine Umfrage zum Layout der Titelseite eines Hebammenlehrbuches, sprachen über das Sommertreffen und über Ideen für Aktionen zum Internationalen Hebammentag am 5. Mai. Am Sonntag verabschiedeten wir Katja aus ihrem Amt als Bundesdelegierte. Sie wurde nach einer spannenden Wahl durch Anna Bohde aus Osnabrück abgelöst. Vielen Dank für dein Engagement, Katja!! Den Abschluss dieses BHSR-Treffens bildete ein Gespräch mit der Hebamme und Ärztin Anna Rockel-Loenhoff und einer ihrer Kolleginnen. Sie gaben uns einen beeindruckenden Einblick in ihre freiberufliche Arbeit und ermutigten uns unter anderem, den Glauben an die „normale“ Geburt nicht zu verlieren. Als Thema für das nächste Ratstreffen (10.-12.6.05) entschieden wir uns, die Arbeitsgruppe „Klima im Kreißsaal“ wieder zu beleben. Wir wünschen uns rege Beteiligung!!! Ein dickes Dankeschön an Deborah und Jessica, die trotz Examensstress dieses Treffen für uns so super organisiert haben!! Wir hoffen, dass beim nächsten Mal auch Bensberg, Braunschweig, Bremerhaven und München wieder vertreten sein werden! Unterkurse/ Mittelkurse – wo seid Ihr?! Außerdem suchen wir noch nach Hebammenschülerinnen aus Augsburg, Bamberg, Bonn, Göttingen, Hameln, Heidelberg, Jena, Kassel, Lahr, Leipzig, Minden, Münster, Paderborn, Rostock, Thuine und Würzburg.


Lehrhebammentagung im Januar 2005 in Fulda

Idealismus und Frustration

... sind zwei Superlative, die in der Hebammenausbildung aufeinander prallen. Die Balance zwischen beiden zu halten kann uns das Schülerinnenleben von Zeit zu Zeit schwer machen. Diese Gegensätze können aber, wenn sie gebündelt werden, eine Menge Energie freisetzen. Sie sind auch der Antrieb für die Arbeit des BHSR. Mit genau dieser Energie fuhren wir als Vertreterinnen des BHSR Ende Januar nach Fulda zur Bundestagung der Lehrerinnen für Hebammen. Als fester Bestandteil des Programms sind wir jährlich eingeladen, um den Lehrerinnen unsere Anliegen nahe zu bringen.

Es ist wichtig, dass über eine Umgestaltung der Ausbildung gesprochen wird, denn die momentane Situation zwingt zum Handeln. Ein wichtiges Thema war deshalb vor allen Dingen die Diskussion um die Verlagerung der Hebammenausbildung an die Fachhochschule und die Einführung eines Qualitätsmanagements für Hebammenschulen. Expertinnen haben über Möglichkeiten und verschiedene Modelle der Durchführung berichtet. Wir sind der Meinung, dass vor allem in der praktischen Ausbildung Regelungen gefunden werden müssen.

In der Rede, die in Auszügen hier abgedruckt ist, erzählten wir von der Arbeit des BHSR, von unseren Zielen und Hoffnungen. Wir haben über die Frustration vieler Schülerinnen berichtet, die sie aus der täglichen Klinikarbeit mit nach Hause nehmen und erklärt, was wir uns wünschen. Wir baten die Lehrerinnen auch um Hilfe für Probleme, die auf den ersten Blick unlösbar scheinen.

Die Reaktionen auf unseren Beitrag waren sehr unterschiedlich: manche ungläubig, andere sogar entsetzt. Zum Teil hörten wir Anmerkungen wie: „Das gibt es immernoch?“ Es wurde die Forderung laut, die Namen der Schulen zu nennen, an denen die Ausbildung nicht so gut läuft. Das haben wir nicht getan - zum einen aus Rücksicht auf die betroffenen Schülerinnen, zum anderen aber auch, weil es nicht darum geht, mit dem Finger auf einzelne zu zeigen, sondern darum die Sensibilität für Mißstände wach zu halten. Wenn nicht darüber gesprochen wird, welche Probleme vorhanden sind, kann auch nichts geändert werden. Die perfekte Schule gibt es leider nicht! Mit den aufgezählten Beispielen wollten wir verdeutlichen, wie wichtig es ist, dass die Schülerinnen sich jederzeit mit Problemen an die Schulleitung wenden können und dass diese hinter ihnen steht. Es geht nicht mit rechten Dingen zu, wenn man in seiner Ausbildung Angst haben muss!

Wir lernen wie wichtig es ist, dass eine Hebamme die Frauen respektiert, ganz egal aus welchem Hintergrund sie kommt, welche Entscheidungen sie trifft, wie sie ihr Leben führt. Da ist es doch traurig, wenn wir uns nicht einmal innerhalb unserer Berufsgruppe respektieren. Jede arbeitet für sich und irgendwie arbeiten alle gegeneinander. Die wichtigste Grundlage des Miteinanders ist Kommunikation. Kommunizieren wir denn miteinander? Die Schülerinnen untereinander – ja. Die Lehrerinnen untereinander – manchmal. Die Schülerinnen mit den Lehrerinnen? Die Lehrerinnen mit den Hebammen im Kreißsaal? Wie sollen wir denn wissen, wo die Schwierigkeiten liegen und wie wir sie lösen können, wenn wir nicht miteinander reden? Es nützt nichts, Vertreter der jeweiligen Gruppen zu Tagungen zu schicken, wenn die Kommunikation untereinander gar nicht funktioniert.

Leider fand in Fulda eher wenig Austausch zwischen den einzelnen Schulen statt. Wir haben den Eindruck, dass es vor allem die fehlende Kommunikation ist, die die Ausbildung schwierig macht - mangelnder Austausch zwischen Theorie und Praxis genauso wie zwischen Lehrenden und Lernenden.

Deshalb der Aufruf an Euch Hebammenschülerinnen: Legt Euch das Herz auf die Zunge und redet mit Euren Schulleitungen über die Zustände in der Praxis! Sagt, was Euch in der Theorie fehlt! Übt die Leopold-Handgriffe und alles andere, was zum Hebammenhandwerk gehört, egal ob die Hebammen die Augen verdrehen! Bittet um Feedbacks! Hinterfragt alles, lasst Euch nicht abwimmeln! Holt Euch die Lehrhebammen zur praktischen Anleitung so oft es nur geht!

Und an die Lehrerinnen an den Hebammenschulen: Hören Sie Ihren Schülerinnen zu! Erklären Sie, warum manche Dinge nicht zu ändern sind. Erzählen Sie, was Sie schon versucht haben. Vielleicht kommen Sie gemeinsam auf neue Ideen, die man ausprobieren kann. Fragen Sie andere Schulen nach ihren Erfahrungen. Bitte gehen Sie in die Praxis. Vertreten Sie Ihre Standpunkte gegenüber den Hebammen und Schwestern. Beharren Sie auf einer guten praktischen Ausbildung für Ihre Schülerinnen, denn sie sind die Hebammen, die die nächsten Generationen von Hebammenschülerinnen anleiten werden.

Redet miteinander! Es gibt keine unveränderlichen Variablen!!

Gegen Ende der Tagung schlug Magdalene Weiß, die Präsidentin des BDH, regelmäßige Treffen der Lehrerinnen vor, um über die Probleme an den Schulen zu reden. Dazu sollen auch Vertreterinnen der Schülerinnen eingeladen werden. Über dieses Zeichen vom Verband sind wir sehr froh und wir hoffen, dass es der Beginn eines guten Austauschs wird.

Als wichtigsten Eindruck von der Tagung haben wir mitgenommen, dass die Lehrerinnen genau dasselbe wollen wie wir: eine optimale Ausbildung für die Hebammenschülerinnen. Es kann doch darum nicht so schwer sein, einen gemeinsamen Nenner zu finden.

Lassen wir uns durch Frustration nicht unseren Idealismus zerstören!!


REDEN

Auszug aus der Rede des BHSR auf der Delegiertentagung des BDH im November 2004

Als BHSR treffen sich seit 1982 mehrmals im Jahr die Hebammenschülerinnen Deutschlands zum Erfahrungsaustausch. Beim Stöbern in alten Protokollen haben wir erkannt, dass die Probleme, welche die Schülerinnen früher bewegten, sich im Wesentlichen nicht von den heutigen unterscheiden. In der Zeit, die der BHSR besteht, wurden gute Ansätze geschaffen, z.B. Umfragen, Stellungnahmen, Tätigkeitskataloge erstellt... zuletzt 2002 von der HS Aschaffenburg. Wir bedauern es sehr, dass alle diese Ansätze, warum auch immer, im Sande verlaufen sind.

Augenblicklich setzen wir uns dafür ein, dass zukünftig Schülerinnen aller Hebammenschulen im Rat vertreten sind. Am letzten Treffen haben 20 Schulen teilgenommen, mit 34 stehen wir derzeit in Kontakt. Bei den übrigen Schulen war es uns allerdings trotz mehrmaliger Versuche per Telefon, Post und Internet bis jetzt nicht möglich Verbindung herzustellen. Wir möchten sie am Ende unseres Beitrags aufzählen...

Der BHSR möchte Verbindungsglied und Ansprechpartner sein. Wir wollen Informationen sammeln und weitergeben und wir möchten einbezogen werden in die Diskussion darüber, wie sich die Hebammenausbildung in den nächsten Jahren entwickeln wird. Darüber hinaus geben uns die Ratstreffen die Gelegenheit, Referenten zu berufsrelevanten Themen einzuladen. So können wir uns eigene Standpunkte bilden, um uns gut informiert an aktuellen Diskussionen, die die Ausbildung betreffen, zu beteiligen.

Zur aktuellen Ausbildungssituation

Es gibt Schulen, an denen sich die Schülerinnen so gut aufgehoben fühlen, dass sie auf die Frage, was sie gern ändern würden, antworteten: „nichts“... oder andere an den Verbesserungsvorschläge willkommen sind.

Es ist bekannt, dass die Hebammenschülerinnen mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen ins Berufsleben entlassen werden, abhängig davon, wo sie ausgebildet wurden.

Beispielsweise variiert die Anzahl der vaginalen Untersuchungen, die bis zum Ende der Ausbildung durchgeführt werden, derzeit zwischen 100 und 10. Natürlich sind vaginale Untersuchungen für die schwangeren Frauen unangenehm, vor allem, wenn sie -wie in einem Lehrkrankenhaus üblich- doppelt erfolgen. Das sollte jedoch für eine Hebammenschule kein Argument sein, um den Schülerinnen grundsätzlich nahezulegen, das Untersuchen zu unterlassen. Wir bitten darum, uns und unserem Gefühl für die Frauen zu vertrauen, dass wir selbst in Absprache mit der Frau entscheiden, wann wir vor- oder nachuntersuchen und wann nicht.

Sehr oberflächlich sieht es meist mit der Anleitung zur Übung der Leopold'schen Handgriffe und dem Hören der kindlichen Herztöne mit dem Pinard-Rohr aus. Jede von Ihnen wird bestätigen, wieviel Übung eine Hebamme auch darin braucht. Wir würden uns freuen, wenn die Hebammen im Kreißsaal uns dabei mehr unterstützen würden.

Dokumentation

Die Dokumentation der von den Schülerinnen durchgeführten Tätigkeiten ist nicht überall Pflicht. Unserer Meinung nach gehört Dokumentation unbedingt in die Ausbildung! (u.a. zur Anerkennung unseres Abschlusses im Ausland.) Sie ermöglicht z.B. der Schulleitung, immer den aktuellen Ausbildungsstand jeder Schülerin zu überblicken. Dies kann zum Beispiel helfen, eine ungleichmäßige Verteilung der bis zum Examen durchgeführten Dammschütze zu vermeiden. An einer Schule sind die Schülerinnen, die kurz vor dem Examen noch nicht genügend Dammschütze gemacht haben, in Dauerbereitschaft... unabhängig davon, ob sie am nächsten Morgen Schule oder Dienst haben oder eine Klausur schreiben.

Dienstpläne

An manchen Schulen sind die Schülerinnen für die Erstellung der Dienstpläne selbst verantwortlich. Problematisch wird dies dann, wenn der Oberkurs neben den Examensvorbereitungen die Dienstpläne für alle drei Kurse zu erstellen hat.

Eine Schülerin erzählte, dass sie einen Dienst mit einer anderen Schülerin tauschen wollte. Die Kreißsaalleitung verlangte daraufhin pro getauschtem Dienst 50 Cent. Die Schulleitung wollte sich nicht einmischen.(!) Erst als sich auf Schülerinitiative der Klinikdirektor einschaltete, wurde die Hebamme auf ihr Fehlverhalten hingewiesen.

Desweiteren wissen wir von 2 Schulen, dass die Schülerinnen sich im Krankheitsfall selbst um Ersatz kümmern müssen. Andernfalls muss die Schülerin des vorhergehenden Dienstes einen Doppeldienst leisten. Allerdings ist dies noch nicht vorgekommen, da die Schülerinnen statt dessen krank zum Dienst kommen, wenn sie keinen Ersatz finden.

Überstunden, die nicht ausgeglichen werden und nicht eingehaltene Ruhezeiten sind weitere Probleme, von denen wir wissen.

Beim letzten Ratstreffen erzählten die Schülerinnen einer Schule folgendes: "Wenn wir für den Nachtdienst eingeteilt sind, bekommen wir einen Pieper für das gesamte Krankenhaus. Das heißt, wenn irgendwo etwas zu tun ist - Laborgänge zum Beispiel, oder verstorbene Patienten, die weggebracht werden müssen, dann ist das unsere Aufgabe."

Wir wollen, dass die Schulleitungen ihrer Verantwortung nachkommen - zu prüfen, was in der Praxis geschieht, Und sich bei Problemen hinter ihre Schülerinnen stellen!

Einsatzplanung

Die meisten Schulleitungen der im BHSR vertretenen Schulen bemühen sich um eine Einsatzplanung, die den Vorgaben der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung entspricht. Doch durch die manchmal zu geringen Kapazitäten der ausbildenden Kreißsäle ist an einzelnen Schulen ein mehrwöchiger Einsatz auf Stationen für Innere Medizin oder Geriatrie die Regel. Es kommt sogar vor, dass Schülerinnen bis zu einem Jahr lang nicht im Kreißsaal sind. Da dies nicht im Sinne der Hebammenausbildung sein kann, möchten wir anregen die Einhaltung der gesetzlichen Regelungen zu kontrollieren.

Praxisanleitung

Praxisanleitung gibt es durch die Lehrhebammen oder es gibt pro Station 1 oder 2 Mentorinnen,oder es hat jede Schülerin eine feste Mentorin für die gesamte Ausbildungszeit. Manche Schülerinnen werden leider immer noch ausschließlich durch die älteren Kurse oder auch gar nicht angeleitet. Generell ist oft zu wenig Personal da, um eine effiziente Betreuung der Familien zu garantieren und so bleibt auch zu wenig Zeit für die Anleitung von Schülerinnen. Gut fänden wir, wenn die Regelung, dass die Lehrhebammen zur Anleitung in die Praxis kommen, an allen Schulen übernommen wird. So haben sie die Möglichkeit, uns in der Praxis anzuleiten, wie sie es in der Theorie lehren und verlieren nicht den Praxisbezug.

Es sollten mehr Hebammen zu Praxisanleiterinnen ausgebildet werden.

Wir wünschen uns, dass die Freude an der Arbeit mit Schülerinnen ein Einstellungskriterium für Mitarbeiter eines Lehrkrankenhauses wird.

Theorie

Auch in der theoretischen Hebammenausbildung gibt es Unterschiede.

Die Ausbildungs- und Prüfungsverordung schreibt z.B. für das Fach Sprache und Schrifttum folgende Inhalte vor: -Vortrag und Diskussion -Berichterstattung -Benutzung und Auswertung von Fachliteratur -Einführung in fachbezogene Terminologien.

Während dieses Fach zum Beispiel in Berlin-Neukölln die Themen Fachenglisch, Latein und Hebammenforschung umfasst, werden andere in diesem Fach in der neuen Rechtschreibung unterrichtet!

Ein weiteres Beispiel: Das Thema Stillen ist in den meisten Schulen von Anfang an sehr wichtig. Aber eine Schülerin erzählte uns am Ende ihres zweiten Ausbildungsjahres, dass bei Ihnen noch nicht EIN MAL darüber gesprochen wurde. Dazu muss man wissen, dass an dieser Schule die Schülerinnen ihr gesamtes 3.AJ nur im Kreißsaal verbringen. Es ist klar, dass sich diese Schülerinnen für die Betreuung von Wöchnerinnen und für den entsprechenden praktischen Prüfungsteil nicht vorbereitet fühlen.

Diese und andere Beispiele bestärken uns in unserer Ansicht, dass sich für die nachfolgenden Kurse etwas ändern muss.

Wir wollen helfen---

Manchmal haben wir überlegt als BHSR die Schulleitung zur Rede zu stellen.

Unser Beitrag ist es, uns untereinander zu bestärken, damit Schülerinnen eines Kurses, bzw. einer Schule – an der es schlecht läuft – sich zusammenschließen und aufschreiben, welche konkreten Probleme sie haben. Dann stoßen wir an unsere Grenzen. Nur in Zusammenarbeit mit den Schulen, Lehrkrankenhäusern und dem Berufsverband kann etwas verändert werden.

Aus aktuellem Anlass danken wir Antje Kehrbach, an dieser Stelle für Ihre Arbeit. Es ist unbedingt notwendig, dass so schnell wie möglich eine neue Beirätin für Bildung (besonders für AUS-Bildung) gefunden wird. Wir brauchen eine direkte Ansprechpartnerin im Verband, die den Kontakt zur Basis, also zu uns aufrecht erhält. Heute schon möchten wir sie herzlich zu einem unserer nächsten Ratstreffen einladen.

Uns ist es wichtig, dass wir an den Hebammenschulen jetzt aktuelle Probleme zu lösen haben - Unabhängig davon, wie sich die Hebammenausbildung in 10 oder 20 Jahren gestalten wird.

Wir sind der Meinung, dass alle Hebammenschülerinnen das Recht auf optimale Voraussetzungen für den Einstieg ins Berufsleben haben.

Gerade deshalb möchten wir nicht versäumen, Ihnen auch positive Beispiele vorzustellen.

Als die Schülerinnen aus Villingen Schwennigen ihrer Kursleitung, davon erzählten, das es an der HS Berlin- Neukölln Unterricht in Fachenglisch gibt, griff diese die Idee sofort auf. Jetzt werden die Schülerinnen dort wegen der Nähe zur französischen Grenze in Fachfranzösisch unterrichtet.

In Bensberg werden Geburten von der anleitenden Hebamme mit der Schülerin ausgewertet. Die Dokumentation ist erst abgeschlossen, wenn sie mit einem Stempel als „besprochen“ gekennzeichnet ist. Die Berlin-Neuköllner trugen die Idee Ihrer Schulleitung vor. Die Lehrhebammen setzten sich zusammen, sprachen mit den Schülerinnen und mit den Hebammen im Kreißsaal darüber und heute gibt es dort ein Formblatt zur Dokumentation der Besprechung einer Geburt. Es ist angedacht, dass jede Schülerin fünf solcher Besprechungen bis zum Ende der Ausbildung in ihrer Doku-Mappe haben soll.

Wir möchten, dass positive Erfahrungen an andere Schulen getragen werden und gemeinsam mit den Schülerinnen überlegt wird, wie man durch kleine Veränderungen große Wirkung erzielen kann. Dabei hoffen wir auf Ihre Unterstützung. In diesem Zusammenhang möchten wir jetzt die Schulen aufzählen – an denen wir noch keine Ansprechpartnerinnen haben. Augsburg, Bamberg, Bochum, Bonn, Chemnitz, Freiburg, Göttingen, Halle, Hameln, Hannover, Heidelberg, Jena, Kassel, Lahr, Leipzig, Mainz, Minden, Münster, Paderborn, Rostock, Saarbrücken, Thuine, Würzburg.

Wir danken allen Hebammen, die sich für eine gute Hebammenausbildung einsetzen und sich bei Problemen hinter uns Schülerinnen stellen. Wir wissen es zu schätzen, dass die Lehrhebammen zum Teil täglich mehr arbeiten als sie bezahlt werden und dass es Kreißsaalhebammen gibt, die ihre eigene Ausbildungszeit nicht vergessen haben.

Es macht soviel aus, wenn man sich ganz auf seine Ausbildung konzentrieren kann in der Gewissheit, den schönsten Beruf der Welt zu erlernen!

(Peggy Borchert und Katja Tischler)


Auszug aus dem BHSR- Beitrag für die Bundestagung der Lehrerinnen für Hebammen im Januar 2005 in Fulda

„...

Es genügt nicht, dass es Hebammenschülerinnen gibt, die den Mut haben, auf Probleme und Mißstände hinzuweisen. Wir brauchen auch Hebammen und vor allem Lehrerinnen für Hebammen, die den Mut haben, uns zuzuhören, uns ernst zu nehmen und etwas zu verändern.

Dazu möchte ich Ihnen kurz etwas erzählen: Als ich mich vor einiger Zeit mit einer Hebamme über den BHSR unterhielt, sagte sie zu mir: "Ich habe vor dreißig Jahren meine Ausbildung gemacht. Das waren schlimme Zeiten. Aber wir haben uns nicht beklagt. Damals mussten wir noch die Kreißbetten mit der Zahnbürste putzen und durften nicht im Aufenthaltsraum bei den Hebammen sitzen." Dazu musste und muss ich leider sagen: Das gibt es heute immernoch.

Es gibt Schülerinnen, die uns verzweifelt anrufen, weil sie nicht schlafen können, weil sie Angst haben, am nächsten Morgen in den Kreißsaal oder in die Schule zu gehen. Bei manchem Telefonat und manchem Bericht auf den BHSR-Treffen standen nicht nur mir die Haare zu Berge und Tränen in den Augen.

Sie möchten sicher wissen, was der BHSR eigentlich macht? Was wollen wir?

Die Mitglieder des BHSR möchten Verbindungsglied und Ansprechpartner sein. Wir sammeln gute und auch negative Beispiele davon, wie die Ausbildung an den verschiedenen Schulen läuft und wollen Informationen weitergeben. Wir möchten einbezogen werden in die Diskussion darüber, wie sich die Hebammenausbildung in den nächsten Jahren entwickeln wird.

Darüber hinaus geben uns die Ratstreffen die Gelegenheit, Referenten zu berufsrelevanten Themen einzuladen. So können wir uns eigene Standpunkte bilden, um uns gut informiert an aktuellen Diskussionen, die die Ausbildung betreffen, zu beteiligen.

Vor drei Wochen war Martina Klenk bei unserem Ratstreffen. Sie ist als Beirätin für den Angestelltenbereich Mitglied des BdH-Präsidiums. Sie schlug eine offene Vorstellungs- und Diskussionsrunde vor und so entstand eine angeregte Unterhaltung über die aktuelle Situation in den Schulen und den Ausbildungskreißsälen. Sie stimmte uns zu, dass sich einige Dinge ändern müssen, vor allem was das Externat, die praktische Anleitung und das Erlernen der eigentlichen Hebammenkunst angeht. Wir waren sehr froh über ihr ehrliches Interesse und ihr Versprechen, die wichtigsten Probleme an den Verband zu tragen.

Soviel zur BHSR Arbeit... jetzt zur aktuellen Ausbildungssituation:

Es gibt Schulen, an denen sich die Schülerinnen so gut aufgehoben fühlen, dass sie auf die Frage, was sie gern ändern würden, antworten: „nichts“... und es gibt Schulen, an denen Verbesserungsvorschläge willkommen sind.

Es ist bekannt, dass die Hebammenschülerinnen mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen ins Berufsleben entlassen werden, abhängig davon, wo sie ausgebildet wurden.

Bspw. variiert die Anzahl der vaginalen Untersuchungen, die bis zum Ende der Ausbildung durchgeführt werden, derzeit zwischen 100 und 10. Natürlich sind vaginale Untersuchungen für die schwangeren Frauen unangenehm, vor allem, wenn sie (wie in einem Lehrkrankenhaus üblich) doppelt erfolgen. Das sollte jedoch für eine Hebammenschule kein Argument sein, um den Schülerinnen grundsätzlich nahe zu legen, das Untersuchen zu unterlassen.

Wir bitten darum, uns und unserem Gefühl für die Frauen zu vertrauen, so dass wir selbst in Absprache mit der Frau entscheiden, wann wir vor- oder nachuntersuchen und wann nicht. Sehr oberflächlich sieht es meist mit der Anleitung zur Übung der Leopoldschen Handgriffe, der Messung der Beckenmaße mit dem Beckenzirkel, dem Hören der kindlichen Herztöne mit dem Pinard-Rohr und allgemein dem Beobachten einer Frau unter der Geburt aus. Jede von Ihnen wird bestätigen, wieviel Übung eine Hebamme darin braucht. Wir würden uns freuen, wenn die Hebammen im Kreißsaal uns dabei mehr unterstützen würden.

Dokumentation

Die Dokumentation sämtlicher von den Schülerinnen durchgeführten Tätigkeiten ist an manchen Schulen Pflicht, an anderen gar nicht. Im Hebammengesetz gibt es zwar keine Vorgaben dazu, aber Dokumentation ist eine Grundlage unserer späteren Tätigkeit. Sie gehört deshalb unbedingt in die Ausbildung! (u.a. auch zur Anerkennung unseres Abschlusses im Ausland.)

Die meisten Schulen, die mit ihrem Dokumentationssystem gute Erfahrungen gemacht haben, sind gern bereit, sich darüber mit anderen Schulen auszutauschen. Der Versuch von Seiten der Schülerinnen, einen solchen Austausch zu anzuregen, leider vor kurzem leider an dem Argument einer Schulleitung gescheitert, dass die Lehrerinnen mit einem solchen Arbeitsaufwand überlastet wären.

Eine gute Dokumentation ermöglicht der Schulleitung immer den aktuellen Ausbildungsstand jeder Schülerin zu überblicken. Dies kann zum Beispiel helfen, eine ungleichmäßige Verteilung der bis zum Examen betreuten Geburten zu vermeiden.

Hierzu ein kurzes Beispiel: An einer Schule sind die Schülerinnen, die kurz vor dem Examen noch nicht genügend Geburten betreut haben, in Dauerbereitschaft... unabhängig davon, ob sie am nächsten Morgen Schule oder Dienst haben oder eine Klausur schreiben.

Leider wird nicht an allen Schulen darauf geachtet, dass die für die Zulassung zur Prüfung notwendige Geburtenanzahl von jeder Schülerin erreicht wird. Und leider werden auch nicht von jeder für die Prüfungen zuständigen Behörde Nachweise über die erforderlichen Tätigkeiten so genau geprüft wie es im Sinne von §4 der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung notwendig wäre.

In Anbetracht der Verantwortung, die wir als frisch examinierte Hebammen gegenüber den Frauen und ihren Familien haben werden, muss sich daran dringend etwas ändern!

Leistungskontrollen

Art und Durchführung von Leistungskontrollen ist laut Gesetz der Schule überlassen. Dazu ein Auszug aus den Erläuterungen zu §1 IV der Ausb.- und Prüfungsverordnung: "Allgemeine Grundlage für die Beurteilung der erfolgreichen und regelmäßigen Teilnahme an den vorgeschriebenen Ausbildungsveranstaltungen bilden insbesondere die Leistungskontrollen sowie die Aufzeichnungen, die die Schule über jeden Schüler führen sollte."

Zur zeitlichen und sachlichen Gliederung der Ausbildung "gehört auch, durch Leistungskontrollen dem Schüler Klarheit über seinen Leistungsstand zu geben, damit er in der vorgegebenen Zeit das Ausbildungsziel erreichen kann" (Erläuterung zu §13 HebG).

Die Hebammenschülerinnen im BHSR sind sich darüber einig, dass eine regelmäßige Kontrolle ihres Wissensstandes während der Ausbildung hilfreich ist, z.B. um das eigene Lernverhalten zu überprüfen.

Wir möchten die Schulen, an denen bisher Leistungskontrollen nicht oder selten durchgeführt werden, bitten über die Einführung von Klausuren oder Zwischenprüfungen mit ihren Kursen zu diskutieren.

Dienstpläne

Die Erstellung der Dienstpläne für den Kreißsaal und die Stationen wird sehr unterschiedlich gehandhabt. An manchen Schulen sind die Schülerinnen dafür selbst verantwortlich. Problematisch wird es dann, wenn der Oberkurs neben den Examensvorbereitungen die Dienstpläne für alle drei Kurse zu erstellen hat.

Wir wissen wir von 2 Schulen, dass die Schülerinnen sich im Krankheitsfall selbst um Ersatz kümmern müssen. Andernfalls muss die Schülerin des vorhergehenden Dienstes einen Doppeldienst leisten. Allerdings ist dies noch nicht vorgekommen, da die kranken Schülerinnen dann lieber zum Dienst kommen, wenn sie keinen Ersatz finden.

Beim einem Ratstreffen erzählten die Schülerinnen einer Schule folgendes: "Wenn wir für den Nachtdienst eingeteilt sind, bekommen wir einen Pieper für das gesamte Krankenhaus. Das heißt, wenn irgendwo etwas zu tun ist - Laborgänge zum Beispiel, oder Tote, die weggebracht werden müssen, dann ist das unsere Aufgabe."

Wir wollen, dass die Schulleitungen ihrer Verantwortung nachkommen und prüfen, was in der Praxis geschieht und dass sie sich bei Problemen hinter ihre Schülerinnen stellen.

Einsatzplanung

Die meisten Schulleitungen der im BHSR vertretenen Schulen bemühen sich um eine Einsatzplanung, die den Vorgaben der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung entspricht.

Doch durch die manchmal zu geringen Kapazitäten der ausbildenden Krankenhäuser ist an einzelnen Schulen ein mehrwöchiger Einsatz auf Stationen für Innere Medizin oder Geriatrie die Regel. Einige Schülerinnen werden zeitweise in einer bis zu 100 km entfernten Klinik eingesetzt, weil der Ausbildungskreißsaal eine so niedrige Geburtenanzahl erreicht.

Es kommt sogar vor, dass Schülerinnen bis zu einem Jahr lang nicht im Kreißsaal sind.

Da dies nicht im Sinne der Hebammenausbildung sein kann, möchten wir anregen die Einhaltung der gesetzlichen Regelungen zu kontrollieren.

Praxisanleitung

Praxisanleitung gibt es in manchen Häusern durch die Lehrhebammen, in anderen gibt es pro Station 1 oder 2 Mentorinnen, wieder andere Häuser haben pro Schülerin eine feste Mentorin für die gesamte Ausbildungszeit. Aber manche Schülerinnen werden leider immer noch ausschließlich durch die älteren Kurse oder auch gar nicht angeleitet.

Generell ist oft zu wenig Personal da, um eine effiziente Betreuung der Familien zu garantieren und so bleibt auch zu wenig Zeit für die Anleitung von Schülerinnen.

Gut fänden wir, wenn die Regelung, dass die Lehrhebammen zur Anleitung in die Praxis kommen, an allen Schulen übernommen wird. So haben sie die Möglichkeit, uns in der Praxis anzuleiten, wie sie es in der Theorie lehren und verlieren nicht den Praxisbezug. In diesem Zusammenhang verweisen wir auf die Erläuterungen zu §13 HebG: "Aus dem Grundsatz der Einheit von Theorie und Praxis ergibt sich ..., dass die für den theoretischen und praktischen Unterricht zuständigen Lehrhebammen ... die Mitverantwortung haben für die praktische Ausbildung auf der Station."

Andersherum gibt es Schulen, die gute Erfahrungen damit gemacht haben, die Mentorinnen aus dem Kreißsaal in den theoretischen Unterricht einzubeziehen, vor allem wenn es um die Übungen zur Geburtsleitung am Modell geht.

Auf diese Weise entsteht ein Austausch zwischen Theorie und Praxis, der sich für alle Seiten günstig auswirkt. Wir wünschen uns, dass mehr Hebammen zu Praxisanleiterinnen ausgebildet werden.

Und: Wir wünschen uns, dass die Freude an der Arbeit mit Schülerinnen ein Einstellungskriterium für Mitarbeiter eines Lehrkrankenhauses wird.

Externat

Die Möglichkeit eines Externats wird den Schülerinnen an allen Schulen, die im BHSR vertreten sind, gegeben. Die Umsetzung gestaltet sich allerdings sehr unterschiedlich.

Die kürzeste Dauer sind zwei Wochen, die längste zwölf.

Manche Schülerinnen werden in einem anderen Krankenhaus der Stadt eingesetzt, was als Externat bezeichnet wird, manche erhalten die Auflage, im Einzugsgebiet der Ausbildungsklinik zu bleiben und nur zu einer von der Schule vorgeschlagenen Hebamme gehen zu dürfen... andere dürfen sich ihre Externatshebamme im gesamten Bundesgebiet und vereinzelt sogar im Ausland suchen.

Zwei Wochen sind auf jeden Fall zu kurz, um angemessen vorbereitet zu sein auf die freiberufliche Arbeit, die in Anbetracht der Stellensituation in Deutschland die Zukunft für uns ist! Eine Mindestdauer von sechs Wochen sollte vorgeschrieben werden!

Theorie

Auch in der theoretischen Hebammenausbildung gibt es Unterschiede.

Die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung schreibt z.B. für das Fach Sprache und Schrifttum folgende Inhalte vor: -Vortrag und Diskussion -Berichterstattung -Benutzung und Auswertung von Fachliteratur -Einführung in fachbezogene Terminologien.

Während dieses Fach zum Beispiel in Berlin-Neukölln die Themen Fachenglisch, Latein und Hebammenforschung umfasst, werden andere in diesem Fach lediglich in der neuen Rechtschreibung unterrichtet!

Wichtige Vokabeln in Latein und idealerweise einige Worte in einer den örtlichen Gegebenheiten angepassten Sprache, wie zum Beispiel Türkisch, sollten zum Standard-Unterricht gehören.

Ebenso das Fach Hebammenforschung, damit jede Schülerin die Möglichkeit hat zu lernen wie man mit Studien umgeht; und damit jede für sich entscheiden kann, ob wissenschaftliches Arbeiten für sie eine Alternative zur klassischen Hebammentätigkeit ist.

Ein weiteres Beispiel: Das Thema Stillen ist in den meisten Schulen von Anfang an sehr wichtig. Aber eine Schülerin erzählte uns am Ende ihres zweiten Ausbildungsjahres, dass bei Ihnen noch nicht EINMAL darüber gesprochen wurde. Dazu muss man wissen, dass an eben dieser Schule die Schülerinnen ihr gesamtes 3.AJ nur im Kreißsaal verbringen.

Es ist klar, dass sich diese Schülerinnen für die Betreuung von Wöchnerinnen und für den entsprechenden praktischen Prüfungsteil nicht vorbereitet fühlen.

Von den Hebammenschulen, die in größere Schulzentren integriert sind, wird über Probleme berichtet, die schon vor einigen Jahren prophezeit wurden: der Unterricht ist oft schlecht organisiert... vor allem kommen Fächer wie Geburtshilfe und Gynäkologie viel zu kurz. Viele hebammenrelevante Themen werden von fachfremden Dozenten gelehrt, da es nicht genügend Stellen für Lehrerinnen für Hebammen gibt.

Diese und andere Beispiele bestärken uns in der Überzeugung, dass sich für die nachfolgenden Kurse etwas ändern muss.

Wir wollen uns gegenseitig und die Schülerinnen der Schulen, an denen es nicht so gut läuft, bestärken sich zusammen zu schließen und aufzuschreiben, welche konkreten Probleme sie haben.

Doch dann stoßen wir an unsere Grenzen.

Nur in Zusammenarbeit mit den Schulleitungen, den Lehrkrankenhäusern und dem Berufsverband können wir etwas erreichen.

Deshalb bitten wir Sie um Hilfe!

Wir hoffen, dass es bald eine neue Beirätin für Bildung bzw. Ausbildung gibt und freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit. Die Einladung zu einem unserer nächsten Ratstreffen sprechen wir hiermit noch einmal aus. Wir brauchen eine direkte Ansprechpartnerin im Verband.

Wir haben an den Hebammenschulen jetzt aktuelle Probleme zu lösen - ...unabhängig davon, wie sich die Hebammenausbildung in 10 oder 20 Jahren gestalten wird!

Vor allem in Anbetracht der Anstrengungen, die man unternehmen muss, um einen Ausbildungsplatz zu bekommen, sind wir der Meinung, dass alle Hebammenschülerinnen einen Anspruch auf bestmögliche Ausbildung haben,.

Gerade deshalb möchten wir nicht versäumen, Ihnen auch positive Beispiele vorzustellen.

Als die Schülerinnen aus Villingen-Schwennigen ihrer Kursleitung davon erzählten, dass es an einigen HS, z.B. in Berlin und Halle Unterricht in Fachenglisch gibt, griff diese die Idee sofort auf. Jetzt werden die Schülerinnen dort wegen der Nähe zur französischen Grenze in Fachfranzösisch unterrichtet.

In Bensberg werden Geburten von der anleitenden Hebamme mit der Schülerin ausgewertet. Die Dokumentation ist erst abgeschlossen, wenn sie mit einem Stempel als „besprochen“ gekennzeichnet ist. Wir aus Berlin Neukölln trugen die Idee unserer Schulleitung vor und kurze Zeit später gab es bei uns ein Formblatt zur Dokumentation der Besprechung einer Geburt. Es ist angedacht, dass jede Schülerin fünf solcher Besprechungen bis zum Ende der Ausbildung in ihrer Doku-Mappe haben soll.

Die Wilhelmshavener Hebammenschülerinnen haben die Möglichkeit in jedem Ausbildungsjahr jeweils vier Wochen ins Externat zu gehen. Die Schwerpunkte liegen dabei 1bei inneren und äußeren Untersuchungen; 2Wandel von Betreuungsangeboten/ Biografiearbeit/ Wechsel von Tätigkeitsfeldern 3Externat sollen alternative Methoden der Schwerpunkt sein. Im Externat zwei und drei dürfen die Schülerinnen wählen, für welches der Externate sie in eine Praxis und für welches sie zu einer Hebamme im Belegsystem gehen, beides ist Pflicht um verschiedene Organisationsformen von Hebammentätigkeiten kennen zu lernen.

Auch die Bochumer Hebammenschülerinnen haben seit kurzem die Möglichkeit eines Einsatzes in einer freien Hebammenpraxis.

Wir möchten, dass positive Erfahrungen an andere Schulen getragen werden und gemeinsam mit den Schülerinnen überlegt wird, wie man durch kleine Veränderungen große Wirkung erzielen kann.

Dabei hoffen wir auf Ihre Unterstützung.

In diesem Zusammenhang möchten wir jetzt die Schulen aufzählen – an denen wir noch keine Ansprechpartnerinnen haben. Unser Beitrag auf der Bundesdelegiertentagung im November in Kassel stieß auf gute Resonanz. Dadurch konnten wir in der Zwischenzeit bereits Kontakte zu einigen Schulen knüpfen, die in Kassel noch auf der "Liste" standen. Es fehlen uns noch: Augsburg, Bamberg, Bonn, Hameln, Jena, Kassel, Lahr, Leipzig, Münster, Paderborn, Rostock, Würzburg.

Wir stehen auch mit einer eigenen Homepage im Internet. Unter www.bhsr.de.vu kann man sich über den BHSR informieren, aktuelle Termine finden und sich im Forum austauschen.

Wir möchten Sie bitten: Unterrichten Sie uns im Hebammenhandwerk! Und: Hören Sie Ihren Schülerinnen zu!

Wir danken allen Hebammen, die sich für eine gute Hebammenausbildung einsetzen und sich bei Problemen hinter uns Schülerinnen stellen. Wir wissen es zu schätzen, dass die Lehrhebammen zum Teil täglich mehr arbeiten als sie bezahlt werden.

Vor allem freuen wir uns über diejenigen von Ihnen, die ihre eigene Ausbildungszeit nicht vergessen haben. Wir brauchen Sie und Ihre Initiative, damit es den nachfolgenden Generationen in ihrer Ausbildung nicht so ergeht, wie es die Hebammenschülerinnen schon vor Jahrzehnten erlebt haben.

Es macht soviel aus, wenn man sich ganz auf seine Ausbildung konzentrieren kann in der Gewissheit, den schönsten Beruf der Welt zu lernen!“

Peggy Borchert und Anna Bohde


aus der Rede zur Bundesdelegiertentagung in Berlin, November 2005:

Liebe Hebammen, sehr geehrtes Präsidium,

wir freuen uns, heute wieder den BHSR hier vertreten zu dürfen und wir bedanken uns für die Einladung von zehn weiteren Schülerinnen, so dass dieses Mal zehn verschiedene Schulen hier vertreten sind! Das ist ein wichtiges Signal! ...

Vielen Problemen stehen die Lehrerinnen genauso hilflos gegenüber wie wir. Und deshalb brauchen wir die Unterstützung vom BDH – von Ihnen. Wir sind noch immer überzeugt davon, dass wir einiges verändern können, wenn wir zusammenarbeiten.

In diesem Zusammenhang möchten wir Bezug nehmen auf die Diskussion um ein ======= Qualitätsmanagement an Hebammenschulen =======. Natürlich kann man keine Schule zur Teilnahme zwingen und Sie werden damit auch nicht schlagartig die Ausbildung verändern. Aber es ist ein Anfang und wird die Konsequenz haben, dass die Schulen auffallen, die sich nicht beteiligen. Sie werden indirekt unter Druck gesetzt. Gleichzeitig beitet sich dadurch die Möglichkeit gute Schulen öffentlich lobend zu erwähnen. Wir möchten Sie deshalb bitten, dem Antrag auf Gründung einer Projektgruppe zur Implementierung des Qualitätsmanagements an Hebammenschulen zuzustimmen und so umzuformulieren, dass die Gruppe gebildet werden kann und dieser wichtige Impuls nicht verloren geht!!

Es ist schade, dass viele Schulen ihr eigenes Süppchen kochen und sich gar nicht für anderes interessieren. Dadurch fallen auch viele positive Dinge nicht auf und können sich nicht verbreiten.

... ======= „Info-Tour“ ======= wurde ein großer Erfolg: konnten wir bei der letzten Delegiertentagung noch vom Kontakt zu 34 von 57 Schulen berichten, sind es im Moment 53 Schulen, an denen wir Ansprechpartnerinnen haben. Leider schwankt diese Zahl, sobald Kontaktpersonen das Examen erhalten. Außerdem gibt eine solche Reise die optimale Gelegenheit, sowohl mit den Schülerinnen, als auch mit den Lehrerinnen und mit den Hebammen im Kreißsaal persönlich zu sprechen, einen Einblick in die Probleme des jeweiligen Schul-/ Klinikalltags zu bekommen und die Wichtigkeit der Arbeit des BHSR zu erklären. Es wurde leider auch deutlich wie viele Probleme im Verborgenen bleiben, wenn die Schülerinnen nicht zu den BHSR-Treffen kommen, weil sie nicht an Veränderungen glauben können. Eine nächste Tour ist für Ende November 2005 geplant. Ohne die finanzielle Unterstützung des BDH wären solche Aktionen nicht denkbar. Dafür vielen Dank!

Im Juli fand traditionsgemäß ein großes ======= Sommertreffen ====== für alle Hebammenschülerinnen statt – in diesem Jahr in Speyer. Auch dort war der BHSR präsent, wir sprachen zu den Schülerinnen, baten sie um ihre Unterstützung und ermutigten sie zum Handeln. Wir nahmen an einem Pressegespräch und einem Radio-Interview teil, wo wir die Gelegenheit bekamen die Probleme in der Hebammenausbildung anzusprechen, die durch die zunehmende Technisierung von Schwangerschaft und Geburt bestehen.

Wir haben den Kontakt zum BFHD ausgebaut, um das ganze berufspolitische Spektrum der Verbandsarbeit kennenzulernen. Wir stehen in Verbindung mit der Organisation TERRE DES FEMMES. Es wurde deutlich, dass die wenigsten Schulen das Thema Genitalverstümmelung im Unterricht behandeln. Durch den BHSR haben bereits einige Schulen Terre des femmes in den Unterricht eingeladen.

Auf dem Höhepunkt der Suche nach der eigenen Zielsetzung verabschiedete der BHSR im Sommer einen ======= offenen Brief an den BDH =======, .... Er wurde in der August-Ausgabe der DHZ und des Hebammenforums abgedruckt und direkt von Magdalene Weiß beantwortet. Weitere Reaktionen erhielten wir vom Pädagogischen Fachbeirat, aus einigen Landesverbänden und vereinzelt von Hebammen und Lehrerinnen für Hebammenwesen. Sie waren durchweg positiv! ... Viele Hebammen erkannten Probleme aus ihrer eigenen Ausbildung, die teilweise mehr als 25 Jahre zurück liegt, in unserer Beschreibung wieder. Das spricht für sich. Jetzt gilt es die bestehenden Kontakte auszubauen und gemeinsam wichtige Schritte weiter zu gehen. Die Lösungsvorschläge des PFB sprechen uns aus der Seele, weil wir einiges davon schon lange fordern, zum Beispiel was die Ausbildung von Hebammen in Lehrkreißsälen zu Praxisanleiterinnen betrifft. Wie Frau Weiß schon berichtet hat – die Zustände in der praktischen Ausbildung sind zum großen Teil katastrophal. Es ist ein grundlegendes Problem, dass von keiner Seite kontrolliert wird, wie qualifiziert eine Mentorin oder Praxisanleiterin ist. Selbst wenn mangelnde Qualität bekannt ist, können keine Sanktionen gesetzt werden.

Der PFB fordert auch die Veränderung der Praxiseinsatzorte und -zeiten. Ein längeres Externat von etwa drei Monaten – wie es zur Zeit leider nur in Freiburg und Lahr möglich ist – ist dringend für alle Hebammenschülerinnen notwendig.

Es ist wichtig, dass sich der Berufsverband dafür einsetzt, dass gesetzliche Grundlagen geschaffen werden für eine Verlagerung eines entscheidenden Anteils der praktischen Ausbildung in die außerklinischen Tätigkeitsfelder von Hebammen.

Das Thema und unsere Forderung sind nicht neu. Schwangerenberatung, Mutterschaftsvorsorge, ganzheitliche Betreuung rund um die Geburt und die Betreuung im Früh- und Spätwochenbett machen unsere spätere Arbeit aus. Darauf wollen wir vorbereitet sein! Momentan wissen wir von Schulen, die nur drei Wochen für ein Externat in den Einsatzplänen vorgesehen haben. Das ist viel zu wenig! Das häufigste Argument gegen ein längeres Externat ist, die Klinik hätte etwas dagegen, die Schülerinnen für eine Zeit zu bezahlen, in der sie dem Krankenhaus nicht als Arbeitskraft zur Verfügung stehen. Eigentlich sind die Schülerinnen ZUSÄTZLICH zu den Hebammen und Schwestern da und der Betrieb müsste auch ohne uns funktionieren. Dass das in der Praxis nicht der Fall ist, ist kein Geheimnis.

Tatsache ist aber, dass – laut Gesetz - die Ausbildung gewährleistet sein muss!

Sollte es nicht das Ziel sein, ausgebildet zu werden in der Betreuung von gesunden Schwangeren?

Die Ausbildung ist nicht gewährleistet, wenn wir dazu nur auf präpartalen Stationen mit pathologisch verlaufenden Schwangerschaften eingesetzt sind oder wenn wir im besten Fall in einer Beratungsstelle im Krankenhaus mitarbeiten, wo die Schwangerenvorsorgetermine pro Frau nicht länger als 20 Minuten (inklusive CTG) dauern darf. Viele von uns haben keine Vorstellung davon, wie ganzheitliche Betreuung aussieht... vom richtigen Zuhören und Nachfragen über Ernährungsberatung bis hin zum Umgang mit durch Pränataldiagnostik verunsicherten oder durch vorhergehende Geburten traumatisierten Frauen. In manchen Schulen setzen die Schulleitungen ihre Schülerinnen stattdessen in der Praxis von Gynäkologen ein, wo sie Zeit haben, die Handgriffe nach Leopold und das Hören der kindlichen Herztöne mit dem Pinard, aber auch das Erheben einer ausführlichen Anamnese zu üben. Diese Möglichkeit haben wenige andere dadurch, dass jede Schülerin mindestens einmal eine Schwangere mit einer Lehrerin für Hebammen zusammen berät und ein persönliches Feedback bekommt. Ein solcher Vorsorgetermin kann dann durchaus statt 20 Minuten bis zu zwei Stunden dauern – ohne CTG. Diese Art der Mutterschaftsvorsorge erleben aber nur sehr wenige Schülerinnen während der Ausbildung. Ganz entscheidend könnte das verbessert werden durch längere außerklinische Einsätze bei freiberuflichen Hebammen, die Schwangerenvorsorge anbieten.

Sollte es nicht das Ziel sein, nach der Ausbildung fähig zu sein, Gebärende eigenverantwortlich zu begleiten und zu betreuen?

Die Ausbildung ist nicht gewährleistet, wenn wir im Kreißsaal überwiegend lernen, für eine lückenlose elektronische Überwachung zu sorgen, Geburtsverläufe durch Medikamente und technische Hilfsmittel zu "optimieren" und uns statt auf kompetente UND liebevolle Begleitung und Betreuung nur auf den sogenannten Dammschutz zu konzentrieren. Außerdem bekommt inzwischen jede dritte Frau, die wir mit betreuen, einen Kaiserschnitt ...wegen Geburtsangst, Verdacht auf Mißverhältnis, Beckenendlage oder Inkontinenzangst. Es ist erschreckend, dass Hebammenschülerinnen in einem Kreißsaal ausgebildet werden, wo eine Anordnung des Chefarztes lautet: "Es ist bei jeder Geburt prophylaktisch ein mediolateraler Dammschnitt zu setzen." Ein anderer Chefarzt der Geburtshilfeabteilung in einem Lehrkrankenhaus wurde von den Schülerinnen gefragt "Wieviele der hier im letzten Jahr durchgeführten Kaiserschnitte waren medizinisch notwendig?"- er antwortete: "Die Frage nach der Notwendigkeit stellt sich heutzutage nicht mehr. Wir sind Dienstleister. Gerade Sie als zukünftige Hebammen sollten lernen, dass das wichtigste ist, den Ansprüchen der Frauen entgegen zu kommen." Es ist die Frage, ob hier nicht Anspruch mit Angst und Entgegenkommen mit Unterdrücken verwechselt wird. Ein Ausweg können sogenannte Außeneinsätze sein, die manche Schulen zusätzlich zum Externat, andere an Stelle eines Externats anbieten. Außen bedeutet: ein anderes Krankenhaus als das, in dem sonst die Ausbildung stattfindet. Das kann eine große Bereicherung sein. Und warum dürfen Hebammenschülerinnen nicht auch Beleghebammen begleiten, die mit ihren Frauen in das Lehrkrankenhaus kommen? Da gibt es an vielen Stellen eine solche Konkurrenz! Das ist sehr schade und kostet uns wichtige Erfahrungen in individueller Betreuung.

Sollte es nicht das Ziel sein, nach der Hebammenausbildung fähig zu sein Frauen im Wochenbett sicher zu betreuen.

Die Ausbildung ist nicht gewährleistet, wenn wir überwiegend im Krankenhaus eingesetzt sind, wo die Frauen aufgrund immer kürzerer Liegezeiten höchstens drei Tage, in manchen Kliniken schon nur noch höchstens 24 Stunden nach der Geburt bleiben. Zu den wichtigsten Dingen, die eine Hebammenschülerin von dort mitnehmen kann, gehört die Einsicht, dass man es niemandem recht machen kann. Erst im Externat lernen wir, was eigentlich Stillberatung ist, wie sich eine Wochenbettdepression entwickeln kann und wie es aussieht, wenn die Dammnaht, die Sectio-Narbe oder der Nabel verheilt.

Allein in meinem Kurs hat etwa die Hälfte der Schülerinnen im Externat, das zu Beginn des Oberkurses statt findet, zum ersten Mal einen "abgefallenen" Nabel und eine gut eingespielte Stillbeziehung zwischen Mutter und Kind gesehen! In Braunschweig hat es die Schulleitung geschafft, einen Teil der Zeit auf der Wochenstation durch einen Einsatz bei freiberuflichen Hebammen mit Wochenbettbetreuung einzutauschen. Der Hauptgrund für sie war dabei eben der, dass die Ausbildung in der Klinik nicht gewährleistet ist. Wir wünschen uns, dass viele Schulen diesem Beispiel folgen und dabei durch den Berufsverband unterstützt werden. Wie kann es sein, dass Krankenhäuser ausbilden dürfen, die unter gutem Stillmanagement verstehen: - alle 4 Stunden anlegen - nur 10 Minuten anlegen - ohne Glukose trocknen Kinder aus - vor und nach jeder Mahlzeit wiegen - jede Frau muss pumpen, weil sie sonst keine Milch produziert - nachts kommt das Kind ins Kinderzimmer

Es gibt viele Gründe und alles was wir sagen ist mehrfach schon gesagt worden. Wir werden es aber immer wieder sagen bis wir eine Veränderung erreichen: Wir brauchen das Externat! Wir brauchen ein längeres Externat! Wir können damit nicht warten bis es eine grundlegende Ausbildungsreform gibt! Denn ständig kommt Nachwuchs aus einem Examen, das nicht auf die wirkliche Arbeit als Hebamme vorbereitet!

Erfolge gab es in diesem Jahr dort zu verzeichnen, wo die Schülerinnen Kontakt zu ihrem Landesverband aufnahmen und dieser sich helfend in die Schulsituation einmischte. Die Kontakte zu den Landesverbänden sind wichtig und hilfreich. Wir danken Ihnen für Ihre Unterstützung und hoffen, dass dieses Beispiel Schule machen wird. Wir versuchen immer, den Betroffenen Mut zu machen, dass sie sich bei Ihnen zu melden. Oft ist das gescheitert aus Angst vor Repressalien. Wir versuchen es weiter und hoffen durch einzelne positive Ergebnisse immer mehr Schülerinnen Mut machen zu können sich zu äußern.

Wir haben das Gefühl, dass etwas in Bewegung ist und darüber freuen wir uns. Lisa Janicke hat sich bereits kurz nach ihrem Amtsantritt mit uns getroffen und war auch bei unserem letzten Ratstreffen dabei. Wir fanden es sehr schön, dass sie offen und direkt mit uns sprach und ehrliches Interesse an den Belangen der Schülerinnen zeigt. Und egal, wer gewählt wird zur neuen Beirätin, wir hoffen mit der Neubesetzung dieses Amtes auf eine immer bessere Zusammenarbeit mit dem BDH, damit auch unsere Arbeit eine fruchtbare Fortsetzung findet.

Der PFB schlug in seinem Brief an den Hauptausschuss des BDH vor, dass es regelmäßig Treffen der leitenden Hebammen in Ausbildungskreißsälen mit Vertreterinnen des BHSR geben soll... wir greifen diesen Vorschlag auf und laden zum nächsten Ratstreffen im Januar interessierte Kreißsaalhebammen ein, um einen ersten Austausch anzuregen und um sehen, wie groß die Resonanz ist. ... Die Einladung gilt für den 14. Januar 2006. Das BHSR-Treffen wird dann an der Hebammenschule Saarbrücken statt finden. Die neue Beirätin für Bildung ist dazu herzlich eingeladen.

Wir danken allen Hebammen und Lehrerinnen, die uns unterstützen, uns immer wieder bestärken und uns auch öffentlich zur Seite stehen. Ohne diese Rückendeckung hätten wir den Mut und die Kraft zum Weitermachen nicht aufbringen können. Unser besonderer Dank gilt Magdalene Weiß – nicht nur weil das ihre letzte Delegiertentagung ist, sondern weil sie uns gerade in diesem für den BHSR sehr intensiven Jahr jederzeit beratend zur Seite stand, uns ernst nahm und unsere Anliegen immer wieder zur Sprache brachte... auch wenn wir es ihr nicht immer leicht gemacht haben.

Melanie Bredow und Peggy Borchert, Berlin, 17. November 2005

Pinnwand (last edited 2007-07-29 09:43:58 by MargareteSommer)