Wir über uns

Bundeshebammenschülerinnen-Rat

Unsere Geschichte

Vor mehr als 20 Jahren hat ein Comic in Dr. Mabuse den Anstoß zur Vereinigung der Hebammenschülerinnen Deutschlands gegeben. Da saß eine Maus in einem Einmachglas und eine weitere davor. Der Untertitel war: "Alleine machen sie dich ein." So entschlossen sich die Hamburger Schülerinnen zu einem großen Sommerfest für alle Hebammenschülerinnen Deutschlands. Und hier wurde die Idee geboren, sich regelmäßig zu treffen, um auch zukünftig nicht alleine zu sein, sondern gemeinsam an einer Verbesserung der Ausbildungsbedingungen zu arbeiten.

Aufgaben und Ziele des BHSR

Struktur

Der BundesHebammenSchülerinnenRat (BHSR) setzt sich zusammen aus:

  1. delegierten Hebammenschülerinnen der Hebammenschulen Deutschlands,
  2. zwei Bundesdelegierten,
  3. einer Schatzmeisterin,
  4. einer Beirätin.

Stimmberechtigt bei den Ratstreffen sind bei Anwesenheit mit jeweils einer Stimme:

Ratstreffen finden regelmäßig dreimal im Jahr an einer Gastgeberschule statt - jeweils am zweiten Wochenende im Januar, Juni und Oktober.

Die Gastgeberschule für die wird spätestens beim vorherigen Treffen benannt. Die Schülerinnen dieser Schule organisieren das Ratstreffen in Absprache mit den Bundesdelegierten und versenden Einladungen an alle Schulen und/oder Kontaktpersonen.

Feste Bestandteile der Ratstreffen sind:

Eventuell werden ReferentInnen zu bestimmten aktuellen und ausbildungsrelevanten Themen eingeladen.

Organe des BHSR

1. Delegierte der Hebammenschulen

Die Schülerinnen jeder Schule sollen zu den Ratstreffen mindestens zwei Delegierte entsenden. Nach mindestens dreimaliger Teilnahme an den Ratstreffen erhalten die Delegierten eine Bescheinigung über die aktive Mitgliedschaft im BHSR.

Ein Mitgliedsbeitrag für den BHSR wird nicht erhoben, aber die Teilnehmerinnen jedes Treffens zahlen jeweils einen Beitrag von 10 € in die BHSR-Kasse.

Bei den Landesverbänden des BDH können jeweils zwei Schülerinnen jeder Schule die Erstattung der Fahrtkosten zu den Treffen beantragen, sofern sie Mitglieder im BDH sind.

2. die Bundesdelegierten

Der BHSR wird durch zwei gleichberechtigte Bundesdelegierte nach außen vertreten.

Die Bundesdelegierten werden auf den Ratstreffen mit einfacher Mehrheit gewählt für jeweils ein Jahr. Sie können solange sie Hebammenschülerin sind wiedergewählt werden. Es sollte möglichst vermieden werden, dass zwei Bundesdelegierte gleichzeitig neu mit dem Amt beginnen.

Tritt eine der Bundesdelegierten zwischen zwei Ratstreffen zurück, entscheidet die andere Bundesdelegierte, ob sie für die Zeit von der Amtsaufgabe bis zum nächsten Treffen eine kommissarische Bundesdelegierte sucht, die dann dort durch Wahlen bestätigt werden kann.

Anforderungen an die Bundesdelegierten:

Aufgaben der Bundesdelegierten:

Unter Vorlage der Belege können den Bundesdelegierten die Kosten, die ihnen durch ihre Arbeit für den BHSR entstehen, erstattet werden.

3. die Schatzmeisterin

Die Finanzen des BHSR werden verwaltet von einer Schatzmeisterin, die durch einfache Mehrheit auf einem Ratstreffen für ein Jahr gewählt wird.

Sie ist dem BHSR gegenüber zur Rechenschaft verpflichtet. Sie richtet ein Konto ein, informiert den BHSR über den aktuellen Stand, führt Buch über Einnahmen und Ausgaben und legt die Buchführung den Mitgliedern des Rates vor.

Sie haftet für das ihr anvertraute Geld, aber nicht für finanzielle Verpflichtungen des BHSR.

4. die Beirätin

Ehemalige Bundesdelegierte können als Beirätin auf den Ratstreffen mit einfacher Mehrheit gewählt werden, um die amtierenden Bundesdelegierten zu unterstützen und Kontakte aufrechtzuerhalten und weiterzugeben, solange der BHSR das für erforderlich hält.

Die Beirätin hat kein Stimmrecht.

Beschlossen auf dem Treffen des BHSR am 15.01.2006 in Saarbrücken

Unsere Außenkontakte

Der BHSR ist unabhängig von Verbänden. Um so mehr freuen wir uns, dass wir vom BDH und vom BfHD großzügig unterstützt werden. Zudem erfahren wir von den "großen" Hebammen reges Interesse an unserer Arbeit. Die 2 Bundesdelegierten werden u.a. zu den Tagungen der Berufsverbände und der Lehrerinnen für Hebammenwesen eingeladen. Wir bekommen hier viele Informationen hautnah mit, haben jeweils 1 Stimme (als BDH Mitglied) und eigene Redezeit, in der wir ausführlich unsere Anliegen vorbringen können. Außerdem haben wir Kontakt zu anderen Organisationen wie zum Beispiel TERRE DES FEMMES. Wir werden zu den Treffen der Leitenden Hebammen in Ausbildungskreisssälen eingeladen. Und als Gegensatz zur klinischen Geburtshilfe bemühen wir uns gerade um eine Zusammenarbeit mit dem Verein "Natürlich Hausgeburt e.V.".

Unsere Themen

Aktionen

Offener Brief des BHSR an den BDH im Sommer 2005

Liebe Hebammen,

die Mitglieder des Bundeshebammenschülerinnenrats haben in einer Abstimmung mit 55 zu 1 Stimmen beschlossen, Ihnen den folgenden Brief zu schreiben.

Immer wieder werden wir gefragt, was wir als Schülerinnenvertretung eigentlich erreichen können. Unsere Aufgabe sehen wir vor allem darin, durch den kontinuierlichen Austausch einen Überblick über die aktuelle Ausbildungssituation zu erhalten, diese Informationen zu sammeln und gemeinsam Ideen für mögliche Lösungswege zu entwickeln. Manchmal genügt ein Blick über den Tellerrand, um einen Vorschlag für eine Veränderung mit an die eigene Schule nehmen zu können. Oft jedoch sehen wir uns Problemen gegenüber, denen die Hebammenschülerinnen hilflos ausgesetzt scheinen.

Manche Hebammen geben eigene schlechte Erfahrungen, die sie früher selbst nicht zu bekämpfen im Stande waren, an die Auszubildenden weiter. Hebammen, die aus Angst um ihre Arbeitsstelle, aus Frustration über unzumutbare Arbeitsbedingungen ihre Machtposition im Kreißsaal mißbrauchen, machen die Ausbildung unerträglich. Lehrerinnen für Hebammen sehen sich hierarchischen Strukturen und wirtschaftlichen Zwängen unterworfen und müssen machtlos erdulden, wie ihren Schülerinnen die Freude am Beruf genommen wird, und haben wenig bis gar keine Unterstützung von außen. Schülerinnen, die aus Angst um ihren Ausbildungsplatz nicht wagen, Mißstände anzuzeigen, verbauen sich selbst und ihren Kolleginnen die Chance auf einen qualifizierten Abschluss.

Ein Examen mit einer Dammschutzanzahl, die nur deshalb den Prüfungsvoraussetzungen entspricht, weil sie operativ beendete oder nicht vollständig von der Schülerin betreute Geburten enthält, ist gegen das Gesetz. Eine Bilanz von 100 Wochenbettbetreuungen, von denen mehr als drei Viertel während der ersten drei Tage nach der Geburt in der Klinik und davon die Hälfte hauptsächlich das Mobilisieren von Frauen nach einem Kaiserschnitt beinhaltet, bereitet in keiner Weise auf die Arbeit einer Hebamme in der Nachsorge vor. 100 Schwangerenuntersuchungen unter der Anleitung von Hebammen, die nach eigenen Aussagen die Leopold-Handgriffe nicht mehr anwenden, "weil es doch Ultraschall gibt", und die kein Pinard-Rohr benutzen, weil sie "das gar nicht mehr können", ermutigen und befähigen nicht dazu, nach dem Examen in diesem Tätigkeitsfeld zu arbeiten.

Eine theoretische Ausbildung, die erst gegen Ende des dritten Ausbildungsjahres die Pathologie der Geburt als Thema hat, die zum Teil ausschließlich durch Selbststudium, Fernstudium oder unqualifizierten Unterricht erfolgt, kann nicht ausreichend sein.

Als zukünftige Hebammen sollten wir das Verantwortungsgefühl besitzen, unzureichende Ausbildungsbedingungen zu hinterfragen und dagegen anzugehen.

Wir bitten Sie als Berufsverband, der die qualifizierte Ausbildung seines Nachwuchses als eines seiner Anliegen erklärt, uns dabei zu unterstützen und sich mehr in die Angelegenheiten der Hebammenschulen einzumischen. - Nicht als Kontrollinstanz, aber als Wächterinnen über die Zukunft ihres eigenen Berufsstandes.

Langfristig arbeiten Expertinnen aus Ihren Reihen an Lösungen für eine Vereinheitlichung der Hebammenausbildung, um einen höheren Ausbildungsstandard zu erreichen. Kurzfristig brauchen wir jedoch Hilfe, die es den heutigen Schülerinnen ermöglicht, nicht nur ihr Examen zu bestehen, sondern so ausgebildet zu werden, dass sie die hart umkämpften Tätigkeitsfelder der Hebammen kompetent und verantwortungsbewusst verteidigen können.

Wir haben die Unterstützung vieler Lehrerinnen für Hebammen, die sich täglich für eine gute Ausbildung einsetzen. Es gibt unzählige engagierte Hebammen in den Kreißsälen, die die Freude an ihrem Beruf und an der Anleitung von Schülerinnen trotz aller Widrigkeiten nicht verloren haben. Mindestens ebenso viele motivierte Kolleginnen gibt es, die freiberuflich arbeiten und denen viel daran liegt, die Hebammenkunst an die nächste Generation weiter zu geben. Ihr Engagement in der Betreuung von Praktikantinnen, Externatsschülerinnen und Junghebammen ist unbezahlbar.

Bei all der Herzlichkeit und dem Verständnis, die uns überall „draußen“ begegnen, und der ehrlichen Besorgnis um die Zukunft des Hebammenberufes, verwundert es, dass sich in so vielen Jahren so wenig an der Ausbildung verändert hat.

Möglichkeiten gibt es genug - ein ausreichend langes Externat, eine angemessene Entlohnung für freiberufliche „Mentorinnen“, die öffentliche lobende Erwähnung von guten Hebammenschulen und engagierten Lehrkräften, ein Austausch zwischen Schule und Praxis und nicht zuletzt die ständige kritische Beobachtung der aktuellen Ausbildungssituation verbunden mit unverzüglichem Handeln bei offenbarten Mißständen, sind Dinge, über die nicht immer nur gesprochen, sondern mit denen angefangen werden sollte.

Natürlich kann der Berufsverband keine Wunder bewirken. Er ist für uns als Vertretung der Hebammen Deutschlands aber die erste Anlaufstelle.

Wir sehen uns als Vermittlerinnen zwischen den Schülerinnen und denen, die ihnen helfen können. Wir sind bereit, Probleme anzusprechen, Lösungen zu überlegen und selbst Schritte in die richtige Richtung zu gehen. Doch allein schaffen wir es nicht.

Wir sind dankbar für die Möglichkeit, unsere Anliegen bei Tagungen des BDH und in der Verbandszeitung vorbringen zu dürfen und hoffen auf eine intensivierte Auseinandersetzung mit der aktuellen Situation an den Hebammenschulen und in den Ausbildungskreißsälen.

Die Hebammenschülerinnen des Bundeshebammenschülerinnenrats.

Der Brief wurde an die Präsidentin des BDH und an alle Landesverbände verschickt und in der August-Ausgabe des Hebammenforums und der Deutschen Hebammenzeitung veröffentlicht. Eine öffentliche Stellungnahme dazu gab es von Magdalene Weiß im Editorial der Verbandszeitung. (nachzulesen im Hebammenforum August 2005) Weiterhin antworteten einige Landesverbände und der Pädagogische Fachbeirat. Einzelne Reaktionen bekamen wir auch von Lehrerinnen für Hebammenwesen im persönlichen Gespräch und drei Landesverbände luden uns zu ihren Landestagungen ein.

Wir würden uns freuen, Euch bei unserem nächsten Treffen kennen lernen zu dürfen. Termine stehen im HebammenINFO, im Hebammenforum, in der DHZ und auf unserer Homepage. Eine Einladung geht vorab an Eure Schule oder eine uns bekannte Schülerin dort.

Wir über uns (last edited 2008-10-13 19:31:24 by MargareteSommer)